GENEX

Das Leben und Studium an einer sowjetischen Lehreinrichtung

GENEX

Beitragvon Stonedigger » Sa 19. Jun 2010, 14:38

Wie alle Bürger der DDR, die zeitweilig im sozialistischen Ausland arbeiteten/dienten, hatten auch wir zum Ende des Studiums die Möglichkeit auf ein sogenanntes GENEX Konto einzuzahlen

GENEX - Geschenkdienst- und Kleinexporte GmbH war ein am 20. Dezember 1956 von der DDR-Regierung gegründetes Unternehmen. Es war eine der wichtigsten Devisenquellen der Kommerziellen Koordinierung, einer Abteilung des Ministeriums für Außenhandel der DDR. Hauptsitz war in Ost-Berlin.
Anfangs diente es nur als Geschenkdienst für Kirchengemeinden. Nach dem Bau der Berliner Mauer 1961 wurde das Geschäft aber weiter ausgeweitet, sogar nach Dänemark (über die Jauerfood AG in Kopenhagen-Valby) und in die Schweiz (über die Palatinus GmbH in Zürich).

Das Unternehmen vertrieb einen Katalog mit dem Titel Geschenke in die DDR, aus dem die Bürger der Bundesrepublik Waren bestellen und mit D-Mark bezahlen konnten, welche direkt an ihre Verwandten und Bekannten in der DDR versendet wurden.
GENEX Kataloge kl.jpg
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Wir konnten also, wie z.B.: auch die Erbauer der Drushba Trasse einen Betrag auf dieses Konto einzahlen. Bei uns waren es 500,- DDR-Mark, ein eher geringer Betrag gemessen an den 5 Jahren Auslandsstudium. Die Erbauer der Erdgastrasse konnten einen geringen Teil ihrer Tagegelder auf diese Konten einzahlen und hatten so in wenigen Monaten diese Summe zusammen.

All diese Personen konnten aus der „Ost-Ausgabe“ des Genex-Kataloges bestellen. Diese Ost-Ausgabe des Genex-Kataloges unterschied sich von der West-Ausgabe durch das Fehlen von Waren, die aus dem westlichen Ausland importiert wurden.

Über den „Ost-Genex-Katalog“ konnten – außer in der DDR oder den RGW-Staaten hergestellte, aber gewöhnlich im freien Verkauf nur schwer erhältliche Waren, wie beispielsweise Zement, Fliesen, Schlagbohrmaschinen, aber auch Autos – Waren aus der sogenannten Gestattungsproduktion bestellt werden.

Das haben wir dann auch reichlich genutzt, vom Fotoapparat Exa 1B, über Schlagbohrmaschine Multimax HBM 251/1 bis zu Bettwäsche oder Badetüchern.
Den Katalog durften wir zum Einsehen beim Gruppenältesten ausleihen und dann ging das Abstimmen mit der Familie los.
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Lieferzeit waren dann trotzdem noch 4-6 Wochen und die letzten Bestellungen trudelten im September 1983 ein.
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Stonedigger
 
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