Spezialausbildung

Das Leben und Studium an einer sowjetischen Lehreinrichtung

Spezialausbildung

Beitragvon Stonedigger » Fr 25. Sep 2009, 19:28

Ausbildungsfächer - Spezialrichtung 46 - Funkmeß- & Waffenleittechnik

Neben den 22 allgemeinen Grundlagen wie Mathe, Physik und Sport und diversen politischen Grundlagenfächern ( von Geschichte der KPdSU bis zum Wissenschaftlichen Kommunismus)
hatten wir dann bereits folgende Spezialfachliche Ausbildung:

23 Gefechtseinsatz funktechnischer Mittel
24 Kursowoi zu 23
25 Nutzung funktechnischer Mittel
26 Ausbreitung von Funkwellen in Antennen
27 Kursowoi zu 26
28 Funksender
29 Kursowoi zu 28
30 Funkempfänger
31 Kursowoi zu 30
32 Impulstechnik
33 Nachrichtenmittel und ihr Gefechtseinsatz
34 Funkelektronischer Kampf
35 Theoretisch Grundlagen der Funkmessortung
36 Funkmessmittel
37 Technische Grundlagen der Hydroakustik
38 Grundlagen der Theorie und des Aufbaus von Fernseh- u. Infrarotmitteln
39 Elektronische Geräte, funktechnische Bauelemente und Mikroelektronik
40 Theorie der funkelektronischen Schaltkreise und Signale
41 Automatik und E-Versorgung FEM
42 Technische Elektrodynamik
43 Grundlagen der Theorie der Zuverlässigkeit und der technischen Diagnostik FEM

Zum Unterricht ist generell anzumerken, dass keinerlei Hilfsmittel erlaubt waren. Wir mussten also auf das so geliebte Tafelwerk verzichten und alle Formeln herleiten können. Der Taschenrechner hatte sich auch noch nicht komplett durchgesetzt und die Lehroffiziere praktizierten noch Kopfrechnen mit Überschlag und Rechenschieber.
Zu jedem Fach gab es regelmäßig schriftliche Kontrollen und teilweise auch Semesterarbeiten, das Kursowoi. Das brachte einen immer an den Rand der Verzweiflung, zumal es auch von technischen Zeichnungen, z. B. eines Hohlleiters (Wolnowod) gespickt sein musste. Dort haben wir dann tage- u. wochenlang mit Skribent und Tusche um die Wette gezeichnet.

Hohlleiter kl.jpg
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Der Begriff Mikroelektronik ist sehr irreführend, da die komplette Elektronik noch auf Röhren- und Transistortechnik aufgebaut war. Das hatte den Vorteil, das bei elektromagnetischer Zerstörung, durch was auch immer verursacht, man nur die Röhren austauschen musste und dann lief die Technik wieder. Man konnte teilweise auch an der Temperatur fühlen, welche Röhre gerade den Gefechtsgeist aufgegeben hatte.

Es gab ellenlange Schaltbilder von unterschiedlich farblich gestalteten Dioden, doppelten Trioden und allem anderen technischen Wirrwarr.

In den spezialfachlichen Fächern häuften sich auch die schlechten Noten und wer eine 2 hatte, musste diese berichtigen. Zur Erläuterung: In der Sowjetunion war die Fünf die beste Note und deshalb war alles unter Drei nicht akzeptabel. Manch Landgang haben wir nicht antreten können, da die letzte Zwei noch nicht durch Nachprüfung berichtigt war. Einmal waren der Alte und ich in Impulstechnik bei Gorochowatzi vor dem 1. März zur Nachprüfung und wir merkten schon, dass wir wieder nicht dazu gelernt hatten. In Kenntnis des nahenden Feiertages, ließ uns der besagte Lehr- offizier auch mit Note Drei bestehen.
„ Gehen Sie davon aus oder tun sie so, als ob sie bestanden hätten“
Das war wie eine Ohrfeige, dass man nicht mit eigenem Fleiß und Verstand die Note verbessern konnte.
Irgendwie haben wir es dann aber doch bis zum Diplom geschafft.
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Diplomarbeit

Beitragvon Stonedigger » Sa 26. Sep 2009, 08:53

Diplom

Jetzt also das Thema schlechthin, da man ja die 5 ½ Jahre hauptsächlich auf dieses Ziel hingesteuert hat. Je nach Fachrichtung musste man sich rechtzeitig in der Kafedra (Lehrstuhl) um das Thema kümmern. Dann brauchte man einen Betreuer. Da die Lehroffiziere auch ständig Ihren LIKBES-Level (Likwidazia Besgramotnosti - Beseitigung der Unwissenheit) erhöhen mussten, wurde man oft in Teilprojekte ihrer Forschungsarbeit einbezogen. Bei mir und beim Alten war es so, dass wir uns ein Themengebiet teilten und somit auch gemeinsam viele Stunden im Hydroakustikkabinett verbrachten.

Die Diplomarbeit wurde im letzten Semester geschrieben. Man kam also im Januar/Februar aus den Winterferien und hatte dann ein ganzes Semester, bis Ende Mai, Zeit dafür.
Das erste Kapitel galt der Einschätzung der militärpolitischen Lage im Ostseeraum zwischen NATO und Warschauer Vertragsstaaten, bezogen auf die entsprechenden Marinestreitkräfte. Dann wurde im zweiten Kapitel die Dislozierung und die Ausstattung mit Schiffen beschrieben. In meinem Fall speziell mit U-Booten und mit UAW-Kräften.
Parallel dazu wurde eine Karte der Ostseeanliegerstaaten aktualisiert, die wir von unseren Vorgängern gegen zwei Flaschen Wein eingetauscht hatten. Die hing dann in unserer Stube und je nach Lust und Laune brachten wir die Häfen mit taktischen Symbolen der einzelnen Schiffstypen auf den laufenden Stand.
Dann ging es bereits zum theoretischen Teil über, der sich aber noch mit der Taktik der U- Boot Suche befasste.
Methoden der Suche.jpg
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Weiterhin wurden Faktoren, wie Salzgehalt und Sprungschichten, beschrieben, die sich auf die mögliche Entfernung der Entdeckung von U-Booten auswirken.
Dann ging es aber ans Eingemachte.

Strukturschema des hydroakustischen Empfängers
Der Empfang von Echosignalen
Die Geräuschpeilung
Schema des Verstärkers im Empfänger
Technische Parameter des Empfängers
Niveau der elektronischen Eigengeräusche des Empfängers
Niveau der elektronischen Geräusche des Schiffes
Methoden der Kontrolle und Prüfung des Empfängers
Voltmeter W7-16
Phasenmesser F2-13
Oszillograf C1-68
Generator NF-Signale GS-56/1
Methoden der Empfindlichkeitsmessung
Methoden der Prüfung des Niveaus der elektr. Eigengeräusche
Methoden der Prüfung des Niveaus der elektr. Geräusche des Schiffes
Methoden der Prüfung der Breite der Richtcharakteristik
Das System der automatischen Kontrolle – BCAK
Prüfung und Kalibrierung des Empfängers
Strukturschema.jpg
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Automatische Angleichung der Verstärkung der Kanäle
Ausarbeitung einer Empfehlung zur Abstimmung und Regulierung des Empfängers
Empfehlung zur Fehlersuche, die mit dem Ortungsempfänger zusammenhängen
Auswertung
Abkürzungsverzeichnis
Literaturverzeichnis

Das Ganze erstreckt sich über 71 Seiten, von Hand mit Skribent gerahmt und durchnummeriert.
Der Text natürlich auch handschriftlich geschrieben und das ganze als „Geheim“ eingestuft, so dass man das wirklich nur im Lehrgebäude schreiben durfte und konnte. Wenn man sich verzeichnet oder verschrieben hatte, musste man die Seite von vorn abschreiben. Jeder hat wohl zum Abgabetermin eine Punktlandung vorgelegt und fast Alle haben das Diplom mit Ausgezeichnet verteidigt.
Im Anschluss gab man in der Kafedra einen kleinen Empfang und die Leiter der Lehrstühle und die Betreuer wurden auch zur offiziellen Diplomfeier eingeladen.

Wenn ich die Themen so lese, wird mir auch klar, warum meine Dienststellung als Werkstattbezirks- leiter im WB IV der I-Basis 1 ableisten musste, obwohl ich gerne als GA IV – Kommandeur gestartet wäre.
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NATO Schiffe und Flugzeuge

Beitragvon Stonedigger » Di 29. Sep 2009, 13:37

Ein Gebiet, das neben der Ex-Ausbildung auch in deutscher Eigenregie vermittelt wurde, war die Kenntnis der taktisch technischen Daten der Marine- und Fliegerkräfte der NATO und der Bundesmarine im Speziellen.
Dazu fertigten wir uns im einfachen Scherenschnitt von jedem Flugzeug- und Schiffstyp eine Schablone in der seitlichen Draufsicht (Silhouette) an. Darauf zu erkennen, war dann der Rumpf, die Aufbauten und typische Bewaffnung. Dazu hatten wir auf den Karteikarten die TTD des Schiffes vermerkt und auswendig gelernt.
Diese Dinge wurden von den Wachoffizieren an Bord von Beginn an gefordert und beim Anflug feindlicher Flugzeuge oder der Sichtung eines Schiffes am Horizont, musste sofort eine korrekte Klassifizierung erfolgen können.
Da in der Bundesmarine gerade auch die neuen Fregatten vom Typ Bremen eingeführt wurden, hatten wir auch noch die alten Zerstörer vom Typ Lütjens
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und Fletscher dabei.
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Ernennung & Diplomübergabe

Beitragvon Stonedigger » Di 29. Sep 2009, 15:08

Zur Ernennung zum Oberleutnant und zur feierlichen Diplomübergabe hatten wir Eltern, Geschwister und Ehepartner eingeladen. Dies ist gar nicht so einfach, zumal man beim Innenministerium lange im Vorfeld die Beantragung vornehmen musste. Dazu war es auch erforderlich, dass man eine Unterbringung vorweisen musste. Man hatte, wie in meinem Fall, reichlich zu tun. Denn es reisten sowohl meine Eltern aus der DDR, mein Bruder, damals Student am LETI, aus Leningrad und meine „Schwiegeroma“ aus Halle an. Also bereits im Vorfeld eine logistische Herausforderung. Aber wir konnten uns dabei auf die Möglichkeiten der verheirateten Genossen und wie bereits beschrieben, auf die Fähnriche der Tauch-Kafedra verlassen.
Aus der Moskauer Botschaft reiste dann speziell zur Ernennung der Marine Attaché an, in anderen Ausführungen späterer Jahrgänge auch als „die Weihnachtsmänner“ beschrieben. Bei uns gab es da solch zeitliches Zusammentreffen nicht. Ich kann mich nur erinnern, dass sie immer recht neue DEFA Filme mitbrachten. (z.B.: Ein irrer Duft vom frischen Heu)
Diesmal nahm er aber die Beförderungen vor, was uns von einem KsZ auch angemessen erschien. Wir meldeten uns dann auch sofort mit neuem Dienstgrad beim Gruppenältesten und dann bei unserer lieben Verwandtschaft.
Verwandschaft kl.jpg
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Höhepunkt war dann natürlich die Diplomübergabe auf dem großen Exerzier- und Paradeplatz der Schule und das wird wohl immer ein bleibender Eindruck sein. Die Parade wurde vom Schulchef abgenommen und dann wurde fakultätsweise von sowjetischen Admirälen und Generälen das Diplom überreicht. Man, was waren wir stolz und das auch zu Recht!!
Ãœbergabe kl.jpg
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Am Abend gab es dann eine Feier im privaten Umfeld, zu der wir die Fakultätsleitung und unsere Diplombetreuer eingeladen hatten. Unsere angereiste Verwandtschaft war natürlich auch zugegen.
Mit den Kubanern, die leider keinen Besuch hatten, feierten wir am nächsten Tag zünftig im Olivenhain und für die 70 jährige Oma meiner Frau, nahmen die Kubaner sogar einen Sessel mit in die freie Natur, damit sie dort an Bequemlichkeit nichts vermissen musste. Das war ein schöner und trauriger Abschied zugleich und durch die Wende wahrscheinlich auch für immer.
Kubaner kl.jpg
Kubaner kl.jpg (25.94 KiB) 13336-mal betrachtet

Denn das Versprechen „ Wir treffen uns auf dem Meer“ konnten wir leider nicht mehr einlösen. Meine bisherigen Nachforschungen waren leider nicht von Erfolg gekrönt, aber wer mich kennt, weiß dass ich da noch einige Register ziehen werde.
Zum Glück sieht man auf dem PC-Bildschirm die Tränen nicht, denn das ist wohl der bisher bewegendste Eintrag, den ich mit der Zeit aus der Erinnerung hervorgekramt habe.
Auch diese Freundschaften sind sicher ein eigenes Kapitel wert. Vrsprochen ;-))


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Morskaja Taktika

Beitragvon Stonedigger » Mo 8. Feb 2010, 21:50

So, damit Eure grauen Zellen mal wieder in Schwung kommen, anbei der Versuch, das Forum etwas anzuheizen und in Fahrt zu bringen. Eine wichtige Säule der spezialfachlichen Ausbildung war die taktische Ausbildung der Seestreitkräfte. Dazu gab es einen separaten Lehrstuhl und diverse spezielle Lehrkabinette. Ein Raum nannte sich das Atacka Kabinett. Dort wurden die vermittelten theoretischen Kenntnisse in praktischen Torpedo- und Raketenangriffen auf Manöverspinnen, dem Planschet, durchgespielt.
Planschet Morskaja taktika.jpg
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Für die Klassen 44 und 46 war es etwas weniger Taktikausbildung und für die Torpedisten und Artilleristen etwas mehr.
Ich kann mich erinnern, dass es trotzdem für mich auch eine sehr schwierige Prüfung war.
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TUSCHK

Beitragvon Stonedigger » Mo 8. Feb 2010, 22:06

Das Fach nannte sich in freier Übersetzung "Theorie, Aufbau und Standkraft des Schiffes, physikalische Felder des Schiffes und des Weltmeeres". Neben umfangreicher Theorie, die ich auch im Diplom wieder anführen mußte, da dies bei der Hydroakustik nicht ganz zu vernachlässigen ist, gab es hier auch wieder praktische Übungen zur Erhaltung der Standkraft des Schiffes bei Feuer und Wassereinbruch.

1979-05-00 TUSCHK Brand.jpg
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Es war aber nicht vergleichbar mit dem Kampf im Leckwehrkabinett, wie wir es später bei der Volksmarine kennenlernen sollten.
PS: Ich bedanke mich bei Karsten N., der mir die Verwendung seines Fotofundus gestattet hat.
Zuletzt geändert von Stonedigger am Di 9. Feb 2010, 08:35, insgesamt 1-mal geändert.
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Russisch - Deutsch

Beitragvon Stonedigger » Di 9. Feb 2010, 08:34

Zum Thema TUSCHK fällt mir noch folgende Begebenheit ein.
Für uns war im V-Kurs Locke als Pate eingeteilt. Er sprach dann mal davon, dass er gerade vom <Antifeuerkampf> zurückwäre. Wir haben ihn dann ungläubig angeschaut und ihm erklärt, dass es im Deutschen immernoch <Brandbekämpfung> heißt. Er war von <protiwo pojarnaja borba> ausgegangen und dann kommt soetwas dabei heraus. Das war auch teilweise das Grundübel des Studiums, dass man viele spezialfachliche Begriffe erstmalig vom Studium und teilweise nur in russischer Sprache kannte. Man mußte sich dann in den Truppenpraktika und in der ersten Verwendung die deutschen Begriffe erfragen, zumal die Technik ja auch größtenteils in Russisch beschriftet war.
Einige Kurse haben zum Ende des Studiums noch einen Spezialabschluß als Militärdolmetscher erlangt, was aber mit zusätzlichen Zeitaufwendungen im Lehrstuhl der russischen Sprache verbunden war. Damit war man z.B. befähigt, spezialfachliche Texte autorisiert zu übersetzen und Übersetzungen zu beglaubigen.
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Последий звонок

Beitragvon Stonedigger » Di 20. Jul 2010, 18:08

Am 23.12.1982 hatten wir die letzte Vorlesung in der Kafedra. Danach würden nur noch Prüfungsvorbereitungen und Prüfungen sowie die Diplomarbeit anstehen.
Dazu hatten die Lehroffiziere einen Vorlesung vorbereitet, die mit Humor und die diversen Lebensweisheiten gespickt war. Ein sehr gelungener Abschluss.

Wie heißt esdazu in einem russischen Lied zu diesem Anlass:

Экзамены кончатся скоро,
Последний звонок прозвенит,
Простимся со школой, жизнью веселой.
Прощайте школьные дни!
Что ждет впереди неизвестно,
И нам никогда не забыть ........

Пр.:
Сложные заданья,
Первые признанья,
Озорной и очень дружный класс.
Длинные уроки и учитель строгий,
Не забудем никогда мы вас. ...

Die Tradition des “Letzten Klingelzeichens” stammt aus der russischen Schule

Am 25.Mai kommt der Tag der letzten Klingel für alle Schulabgänger. An diesem Tag kommen alle Schüler in Anzügen zur Schule, die Schülerinnen aber müssen sich vorher schon die Sorgen um ihre Kleider für dieses Fest machen. Die Schuluniform wurde in den Schulen etwa im Jahre 1993 aufgehoben.

Dunkelbraune Kleider und schwarze Schürzen mit weißen Manschetten für Mädchen. An einem Fest musste man eine weiße Schürze anziehen.
Die Schulkleider sind also verschwunden, aber es besteht immer noch die Tradition, an einem einzigen Feiertag, nämlich an dem Tag der letzten Klingel, die alten Schulkleider anzuziehen (das geht vor allem die Schülerinnen an).
Klingelzeichen.JPG
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Es ist wie ein kleines Geheimnis, wo die Mädchen die weißen Schürzen finden. Die sind schon seit Jahren nicht mehr in Geschäften zu finden. Die werden wohl in den Familien den weiteren Generationen weitergegeben.

Solche Sorgen mußten wir uns an dem Tage nicht machen und statt eines Abschlußballes, durften wir beim Gruppenältesten zum Anstoßen einrücken. Auch eine nette Geste ;-))
Stonedigger
 
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