Ausbildung in der Laufbahn Hydrographie

Das Leben und Studium an einer sowjetischen Lehreinrichtung

Ausbildung in der Laufbahn Hydrographie

Beitragvon yachtsman » Mo 1. Jun 2009, 01:30

Moin,

ich habe bei den Absolventen von 1988 gelesen, dass es eine Klasse Hydrographie gab.
Könnte jemand erklären was sich genauer dahinter verbarg?
Wo lagen die Schwerpunkte der Ausbildung?
Wer hat euch ausgebildet?
Für welche Dienststellungen wart ihr vorgesehen??

In spannender Erwartung eurer Antworten

Gruß yachtsman
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Re: Ausbildung in der Laufbahn Hydrographie

Beitragvon AHK » Fr 5. Jun 2009, 15:12

Hallo yachtsman,
ich bin einer der vier Hydrographen, die in Baku studiert haben. So aus dem Stand fallen mir folgende Antworten auf deine Fragen ein:

Die Hydrographie als solche brauche ich in diesem Forum wohl nicht weiter erläutern (Seekarten, Seezeichen, Handbücher u.s.w.).

Eigentlich sollten wir Navigation studieren. Beim letzten Auswahldurchgang an der Schanze hieß es dann plötzlich, dass wir Hydrographen werden. Der Hintergrund war die Tatsache, dass die letzten „echten“ Hydrographen in der DDR Anfang der 60-er Jahre ausgebildet wurden. Der Seehydrographische Dienst der DDR, der ja zur VM gehörte, drohte hoffnungslos zu überaltern. Als diese Fachrichtung in Baku angeboten wurde, hat die VM gleich vier Plätze gebucht.

Die Schwerpunkte unserer Ausbildung:
- Geodäsie mit Nebenfächern
- Hydrographie
- Navigation
- Technische Ausrüstung (LORAN, DECKER, GPS e.t.c.)

Von den Ausbildern fällt mir momentan nur Kap I Faleew (Geodäsie) ein.

Nach dem Studium sind drei von uns zum SHD Peenemünde versetzt worden. Ich hatte das große Glück, als Militärhydrograph nach Warnemünde zu kommen. Hier wurde ich stellv. Arbeitsgruppenleiter. Die „Unterstellten“ waren alles Zivilbeschäftigte (Vermesser und Zeichnerinnen).
Nach der Wende war dann Schluss. Die wenigen freien Stellen im dann gesamtdeutschen Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie, die für Mitarbeiter der Zweigstellen Peenemünde und Warnemünde vorgesehen waren, haben sich einige alt gediente Genossen gesichert.

Nochmal zum Studium. Ich will nicht sagen, dass Hydrographie die leichteste Richtung war, aber es war die am wenigsten militärisch dominierte. Auch im Zivilleben konnten wir mit unserer Ausbildung vermutlich mehr anfangen, als die meisten Waffenspezialisten.

Drei Jahre nach uns gab es noch eine Klasse Hydrographen, aber die konnten das Studium nicht mehr beenden.

Grüße an alle Baku-Absolventen

A.K.
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Re: Ausbildung in der Laufbahn Hydrographie

Beitragvon yachtsman » Sa 6. Jun 2009, 20:09

Hallo AHK,

vielen Dank für Deine Antwort.
Hydrogrphie im Allgemeinen war schon klar. Ich hätte aber nie vermutet, dass an der KWWMKU auch Hydrographen ausgebildet wurden. Wurde denn der Lehrstuhl zum Beginn eures Studiums neu geschaffen? Welche Länder studierten das noch? Wart ihr mit anderen zusammen oder immer nur unter euch 4.
Gab es Probleme mit der Anerkennung des Abschlusses nach 1990 oder ward ihr auch einfach Dipl-Ing?
Gibt es heute eine Nachfrage nach solchen Abschlüssen??

Schreib mal, das ist sicher auch für andere interessant.

Gruß yachtsman
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Re: Ausbildung in der Laufbahn Hydrographie

Beitragvon Frieda » Sa 29. Aug 2009, 12:50

Hallo Leute,
Ich selber war etliche Jahre beim SHD konkret von 1978- 1985 von daher kann ich etwas zu diesem Thema sagen. Was ist aus der K.F.Gauss geworden, oder aus Hifix und BRAS sicher alles unter der Presse
gelandet. An Namen kann ich mich nur noch an K. z. S .Witt entsinnen und an den Tonnenhof. Leider ist mein Erinnerungsvermögen damit ausgeschöpft. Menschlich ging es auf alle Fälle dort zu,nichts war von dieser Kasernenmentalität zu spüren. War eine schöne Zeit,nicht unbedingt aufregend.
Best regards
Frieda
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